RALLY Obedience ist ein in Deutschland relativ neuer Sport aus den USA. Ideal für alle, die ihren Hund nach einer Basisausbildung oder Begleithundeprüfung abwechslungsreich beschäftigen wollen. Allerdings unterscheiden sich die Übungen nach dem deutsche Reglement teilweise stark vom amerikanischen.

 

Unterschied Rally-O zu regulärem Obedience:

 

* die Übungen werden nicht angesagt sondern von Schildern gelesen, die in kurzem Abstand zueinander gestellt sind

 

* in den Anfängerklassen darf man vermehrt mit Körpersprache und -hilfen sowie Stimme agieren

 

* in den Anfängerklassen unter dem VDH-Reglement darf man selbst entscheiden, ob der Hund mit oder ohne Leine geführt wird und man darf ihn an den stationären Übungen füttern

 

* die Übungen beinhalten kein Vorausschicken, Such- und Apportarbeiten

 

* die einzelnen Übungen sind einzelne "Bausteine" aus kompletten Obedience-Übungen

 

* amerik. Reglement: in einigen Klassen gibt es Bleib-Übungen im Sitz oder Platz, während ein anderes Team "Schilderlauf" absolviert bzw. sich der Handler eine halbe Ringseite entfernt.

 

 

VDH-Parcour (in ASCA/ USA gibts keine Mehrschildübungen; Übung & Finish sind dort auf einem Schild)
VDH-Parcour (in ASCA/ USA gibts keine Mehrschildübungen; Übung & Finish sind dort auf einem Schild)
VDH-Parcour: hier werden gerne 8er/ Slalom/ Serpentinen mehrmals genutzt und nicht separiert
VDH-Parcour: hier werden gerne 8er/ Slalom/ Serpentinen mehrmals genutzt und nicht separiert

Auf den ersten Blick scheint Rally-Obedience einfacher zu sein als reguläres Obedience; in den mittleren und höheren Klassen jedoch werden die Aufgaben kniffliger und es wird eine höhere Präzision verlangt, die aber überaus Spaß macht!

 

Für Hunde, die bereits Obedience laufen, ist Rally eine sinnvolle Ergänzung bzw. Abwechslung. Es schult die Aufmerksamkeit des Hundes und das genaue Arbeiten der "Bausteine". In Rally-O gibt es keine Gruppenübungen (Sitz/ Platz in einer Reihe in und außer Sicht); ein Vorteil für Hunde, die sich bei den Gruppenübungen nicht bewähren bzw. unwohl fühlen.

 

 

Diesem großartigen Sport ist eine Verbreitung in Europa wirklich zu wünschen! In der Schweiz gibt es bereits seit längerem ein Reglement und Wettkämpfe.

 

 

Seit September 2011 nehmen meine Hunde erfolgreich an den Rally-Obedience-Prüfungen unter amerikanischem Reglement teil und seit 2013 auch unter den Regeln des deutschen VDH. Zwei meiner Hunde haben erfolgreiche Läufe in der höchsten amerikanischen Klasse als auch in der deutschen.

Meine Hündin erhielt 2017 die höchste Auszeichnung Rally-Obedience-Champion.

 

Bsp. Rally-Parcour Fortgeschrittene
Bsp. Rally-Parcour Fortgeschrittene

 

Der Rally-Parcour wird vom Richter entworfen und besteht aus durchschnittlich 17-23 Stationen (je nach Schwierigkeitsgrad/ Klasse). Wie oben bereits beschrieben, ist an jeder Station ein Schild aufgestellt auf dem die Anweisung geschrieben steht, welche Übung als nächstes ausgeführt werden muß. Das Hund/ Handler-Team läuft in eigenem, jedoch zügigen und gleichmässigen Tempo die einzelnen Stationen an. Die Bewertung bzgl. Handlerhilfen ist nicht so streng wie bei Obedience, der Hund soll jedoch kontrolliert links laufen, eine dermaßen perfekte Fußposition ist (zumindest in den unteren Klassen) nicht dringend erforderlich.

 

Ansonsten werden Fehler wie bei Obedience behandelt. Sofern nichts anderes in den Regeln der einzelnen Klasse festgelegt, darf der Handler sprechen, loben, anspornen, mit den Händen klatschen und sich auf die Schenkel schlagen. Mehrfache Kommandos und/ oder Handzeichen mit einer oder zwei Händen/ Armen sind erlaubt. Eine ständig gleiche Armposition wird nicht verlangt. Der Handler sollte den Hund nicht berühren oder körperliche Korrekturen anwenden! Laute oder barsche Kommandos werden bestraft!

 

In der höheren Rally-Klasse kann ein Weitsprung, Hochsprung sowie Stangensprung enthalten sein. Schon in den Anfängerklassen werden Serpentinen, 8er und Schlangenlinien um Pylonen verlangt, die in den höheren Klassen durch Ablenkung erschwert werden bzw. schnelleres Tempo. Drehungen und Wendungen können in alle Richtungen und auch aus dem Stand verlangt werden, ebenso sämtliche Lauftempi. Grundstellung nach dem Vorsitzen erfolgt nach Vorgabe links- oder rechtsrum. Der Richter gibt ähnl. wie bei Agility ein Zeitfenster vor.

 

Voraussetzung für die Teilnahme am Rally-Training bei uns ist ein guter Grundgehorsam ähnl. den Anforderungen "Basis 1" oder Begleithund bzw. Hundeführerschein.