Philosophie und Methode
Wir konditionieren unsere Hunde ausschließlich über POSITIVE Bestärkung bzw. VERSTÄRKER durch richtiges Loben und Belohnen zum exakt richtigen Zeitpunkt (primär Aktion Hundebesitzer durch Stimme, Körpersprache... / sekundär Futter, Spiel...). Über diese Methode ausgebildete Hunde arbeiten gerne und freudig, sind lernbegierig und motiviert. Sie lieben es, wenn man ihnen etwas zu tun gibt.
Unerwünschtem Verhalten wird vorgebeugt oder unterbunden durch gezieltes Management, Ursachenanalyse, Timing, Ignoranz usw. - abhängig vom Hundeverhalten (Unverständnis, Unsicherheit, Furcht...) bzw. der Situation (im Haus/ Familie, Umwelt, im Training...)
Bei der positiven Hundeausbildung überwiegt das Lob und nicht die Korrektur. "Positiv" bedeutet nicht, daß ich alles toleriere oder zulasse. Der Hund hat sich natürlich an Regeln zu halten und sich ordentlich zu benehmen, sowohl im als auch außerhalb vom Haus. Die positive Trainingsmethode ist keine neumodische Erscheinung sondern eine jahrzehntelang in den USA bewährte Ausbildungsform, deren Erfolg wissenschaftlich belegt ist.
Meine Yuma beim Spazierengehen, photo credit A. Nilsson, Sweden
Verstärkt wird das natürliche Wollen Ihres Hundes, Ihnen zu Gefallen – wofür Sie wiederum bereit sein sollten, Ihren Hund lesen zu Wollen. Verbessern Sie das Verständnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund, indem Sie sich Ihres eigenen Verhaltens bewußter werden! Schaffen Sie keinen hilflosen Hund, der Sie aufgrund Ihres Fehlverhaltens nicht versteht!
Sie sind das Wichtigste im Leben Ihres Hundes und damit auch wichtiger, als irgend eine Ablenkung; folglich wird er schneller auf Sie reagieren. Daß Sie das Wichtigste sind für Ihren Hund, können Sie ihm spielerisch beibringen; ein Welpe wird dies nach Trennung von seiner Mutter instinktiv tun, also nutzen Sie diesen Vorteil, ihn gezielt anzuleiten. Wenn Sie Ihrem Hund vertrauen und ihn respektieren, wird er dasselbe tun. Sie werden eine enge, starke Bindung zu ihm aufbauen und einen zuverlässigen, hochmotivierten Partner an Ihrer Seite haben.
Sie müssen ihn bei uns nicht anwenden, aber: ein bewährtes Hilfsmittel des positiven Verstärkungs-Trainings ist der CLICKER. Sein Clickgeräusch agiert als Signal (sekundärer Verstärker), um dem Hund mitzuteilen, dass er etwas richtig gemacht hat. Er erhält eine gleichbleibend klare und verständliche Information. Der Hund lernt, bestimmtes Verhalten zu zeigen, weil er erwartet, belohnt zu werden.
Positives Training wird auch bei Angst, Aggression oder Frustration angewandt. Es hilft frustrierten Hunden ihr volles Potential auszuschöpfen. Frustration ist oftmals die Ursache von Langeweile, Unterbeschäftigung, stetigen Korrekturen bzw. Verwirrung. Hunde, die immer alles bekommen, was sie wollen, haben keine Frustrationstoleranz. Kann man ihre Erwartungen nicht (immer) erfüllen, führt dies nicht selten zu Aggressionen. Hunde müssen lernen, mit Frustration zurecht zu kommen und akzeptieren, daß sie nicht immer das bekommen, was sie gerne möchten!
Positives Training verzichtet auf Strafen, Druck und körperliche Verstärker wie Po nach unten drücken ins Sitz, schmerzhafte Einwirkungen bis der Hund das Apportel in den Fang nimmt (Methode: Schmerz lässt nach sobald das gewünschte Verhalten gezeigt wird) usw. Ein Hundebesitzer mit hohem sozialen Status hat genügend Autorität und braucht keine Gewalt einzusetzen! Man kann Aggression nicht mit Aggression begegnen und erwarten, daß der Hund dadurch freundlicher wird!
Ich habe mit Hengsten gearbeitet und war diesen körperlich absolut unterlegen; Druck erzeugt Gegendruck! Also war eine andere Form der Kommunikation, Verständnis und Lernens gefordert.
Positives Hundetraining dauert länger als die traditionell übliche Ausbildung. Sobald der Hund die Methode jedoch kapiert hat, führt es zu schnellen Ergebnissen und sicherem weiteren Aufbau. Die Hunde lernen sehr schnell, das gewünschte Verhalten für einen Click umzusetzen! Das durch wirksame Konditionierung beigebrachte Verhalten behält der Hund für den Rest seines Lebens!
Bitte beachten Sie auch:
Hundeausbildung ist KEIN Wettrennen! Abhängig vom Typ und Temperament eines Hundes, seinem Gebäude und Arbeitswillen, sollte man sich realistische Ziele setzen. Ein freudig arbeitender Hund erhält man mit positiven Verstärker UND einem durchdachten schrittweisen Aufbau. Dadurch sollte ein Hund erst gar nicht oder so wenig wie möglich korrigiert werden müssen, um ihn nicht unnötig zu verwirren und ihm seine Motivation zu nehmen. Ein sicherer Hund reagiert und arbeitet souverän. Sicherheit erhält man auch durch einen lückenlosen Aufbau. Fehlt einer Übung ein oder mehrere Bausteine, wird sie früher oder später zusammen brechen. Der Hund wird unsicher und hat Streß. Streß blockiert; daher ist eine solide Basisarbeit ein Muß.
Hunde sollen sich niemals davor fürchten, etwas falsch gemacht zu haben. Man kann kein Problem lösen, wenn man es nicht versteht! "Lesen" Sie Ihren Hund, analysieren Sie sein Verhalten und überarbeiten Sie Ihre Anforderungen bzw. die Übung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein gewünschtes Ziel zu erreichen, aber lassen Sie Ihrem Hund in bestimmten Situationen niemals die Wahl! Seien Sie ihm ein verlässlicher Partner mit klaren Richtlinien, an dem er sich orientieren und dem er vertrauen kann!
Hunde verstehen & fördern:
OBEDIENCE-PFOTEN

